Die Werke bilden Realität nicht ab, sondern transformieren sie. Durch den gezielten Einsatz edler Materialien werden gängige Vorstellungen von Wert, Schönheit und Perfektion hinterfragt. Acrylfarben und textile Elemente dienen dabei nicht nur als Trägermaterial, sondern als formgebende Struktur, die architektonisch anmutende, raue Oberflächen hervorbringt. Eisenoxid fungiert als zentrales Medium des Prozesses – in bewusst abgestimmten Mischverhältnissen eingesetzt, die weniger technisches Rezept als Ă¼berliefertes Wissen darstellen.
Die kontrollierte Oxidation erzeugt eine Vielzahl an Farbtiefen und Oberflächenzuständen. Zwischen feinen, beinahe schimmernden Nuancen und stark ausgeprägten Verfallsstrukturen entfaltet sich ein visuelles Kontinuum, das unterschiedliche Stadien von Veränderung und Zeitlichkeit erfahrbar macht. Der Prozess bleibt dabei sichtbar – als Spur, nicht als Effekt.
Besondere Akzente setzen Gold, Silber und Kupfer, die als zeitlose Materialien eine eigene historische und symbolische Ebene einbringen. In der Konfrontation mit Rost und Auflösung fungieren sie nicht als Kontrast, sondern als Verstärkung: Sie verschieben die Wahrnehmung von Verfall und eröffnen eine Lesart, in der Zerfall nicht Verlust, sondern Transformation bedeutet.
Aus der Verbindung dieser Elemente entstehen unverwechselbare Unikate. Die Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von Materialität, Zeit und Erinnerung – dort, wo Vergänglichkeit nicht negiert, sondern als ästhetische und inhaltliche Vollendung verstanden wird.