Foto: Oliver Grimm
Artist Statement
Die Schönheit des Verfalls: Kunst als Spiegel der Zeit
In meiner kĂ¼nstlerischen Arbeit erforsche ich den Moment, in dem Ordnung zu Fragment wird und Vergänglichkeit ihre eigene Ă„sthetik entfaltet. Mich interessiert nicht der makellose Zustand, sondern das, was bleibt, wenn Zeit, Witterung und Erinnerung ihre Spuren hinterlassen haben. Verfall ist fĂ¼r mich kein Ende, sondern ein sichtbarer Prozess des Wandels – still, ehrlich und von einer unerwarteten Schönheit getragen. Meine Werke entstehen aus Schichtungen von Materialien, die selbst Veränderung in sich tragen: Rost, Pigmente, Textilien, Patina und Metall. Diese Stoffe reagieren, oxidieren, reiĂŸen auf – sie arbeiten mit der Zeit, nicht gegen sie. Architektur erscheint in meinen Bildern nicht als funktionales Bauwerk, sondern als Erinnerungsträger: als HĂ¼lle vergangener Geschichten, als Fragment menschlicher Präsenz, das sich langsam in die Landschaft der Zeit einfĂ¼gt. Zwischen Struktur und Auflösung, Schwere und Licht, Ruhe und Spannung öffnet sich ein Raum der Kontemplation. Goldene oder helle Akzente setzen bewusste Gegenpole – sie stehen nicht fĂ¼r Glanz im klassischen Sinne, sondern fĂ¼r WĂ¼rde, fĂ¼r das Fortbestehen von Bedeutung im Prozess des Vergehens. So wird das Sichtbare zum Spiegel innerer und kollektiver Erfahrungen. Meine Kunst lädt dazu ein, innezuhalten und den Blick zu verlangsamen. Sie stellt keine laute Anklage, sondern formuliert eine leise Beobachtung: Alles ist im Wandel, alles trägt Geschichte in sich. In der Akzeptanz des Unvollkommenen offenbart sich eine besondere Form von Schönheit – eine, die nicht festhält, sondern erinnert.
Die Poesie des Verfalls: Rhea Callen und die Schönheit der Vergänglichkeit
Rhea Callen ist eine deutsche zeitgenössische KĂ¼nstlerin, deren Werk sich der stillen Schönheit von Vergänglichkeit, Materialtransformation und architektonischem Gedächtnis widmet. Aufgewachsen in einer kreativen, naturverbundenen Familie, entwickelte sie frĂ¼h ein sensibles GespĂ¼r fĂ¼r Formen, Oberflächen und Prozesse des Wandels. Besonders die enge Beziehung zu ihrem GroĂŸvater – selbst kunst- und naturaffin – prägte ihr ästhetisches Denken nachhaltig. Ein prägendes SchlĂ¼sselerlebnis war eine Seereise, während der die Begegnung mit den Werken einer KĂ¼nstlerin in ihr den Wunsch neu entfachte, sich intensiv der eigenen kĂ¼nstlerischen Arbeit zu widmen. Aus dieser Erfahrung heraus entwickelte sich ein konsequenter kĂ¼nstlerischer Weg, der sich heute in groĂŸformatigen, materialbetonten Arbeiten manifestiert.
Im Zentrum von Rhea Callens Werk steht die Faszination fĂ¼r verwitterte Oberflächen, urbane Strukturen und Spuren der Zeit. Rost, Eisenoxid, Acrylfarben, Patina und textile Elemente werden nicht nur als Materialien eingesetzt, sondern als aktive Prozesse verstanden. Die KĂ¼nstlerin verbindet kontrollierte chemische Reaktionen mit intuitiver, malerischer Entscheidungskraft. So entstehen vielschichtige, nicht reproduzierbare Werke, in denen sich Präzision und Zufall, Kontrolle und Loslassen begegnen. Ihre Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Realität und Ideal, zwischen Zerfall und WĂ¼rde. Architektur erscheint dabei weniger als funktionaler Raum, sondern als Träger von Erinnerung, Geschichte und stiller Poesie. Der Verfall wird nicht als Verlust verstanden, sondern als Transformation – als sichtbarer Ausdruck von Zeit und Vergänglichkeit. Rhea Callens Kunst lädt zur entschleunigten Betrachtung ein. Sie eröffnet Räume der Reflexion Ă¼ber Nachhaltigkeit, den Wert von Ressourcen und die fragile Beziehung zwischen Mensch, gebauter Umwelt und Natur. Ihre Werke sprechen leise, aber eindringlich – und entfalten ihre Wirkung durch Tiefe, Materialität und atmosphärische Präsenz. Rhea Callen wurde 1963 in Deutschland geboren. Sie lebt und arbeitet heute im Oldenburger MĂ¼nsterland. Ihre Arbeiten finden wachsende Beachtung bei Sammler:innen, Kurator:innen und Galerien im In- und Ausland.


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