In meiner kĂ¼nstlerischen Arbeit erforsche ich den Moment, in dem Ordnung zu Fragment wird und Vergänglichkeit ihre eigene Ă„sthetik entfaltet. Mich interessiert nicht der makellose Zustand, sondern das, was bleibt, wenn Zeit, Witterung und Erinnerung ihre Spuren hinterlassen haben. Verfall ist fĂ¼r mich kein Ende, sondern ein sichtbarer Prozess des Wandels – still, ehrlich und von einer unerwarteten Schönheit getragen.
Meine Werke entstehen aus Schichtungen von Materialien, die selbst Veränderung in sich tragen: Rost, Pigmente, Textilien, Patina und Metall. Diese Stoffe reagieren, oxidieren, reiĂŸen auf – sie arbeiten mit der Zeit, nicht gegen sie. Architektur erscheint in meinen Bildern nicht als funktionales Bauwerk, sondern als Erinnerungsträger: als HĂ¼lle vergangener Geschichten, als Fragment menschlicher Präsenz, das sich langsam in die Landschaft der Zeit einfĂ¼gt.
Zwischen Struktur und Auflösung, Schwere und Licht, Ruhe und Spannung öffnet sich ein Raum der Kontemplation. Goldene oder helle Akzente setzen bewusste Gegenpole – sie stehen nicht fĂ¼r Glanz im klassischen Sinne, sondern fĂ¼r WĂ¼rde, fĂ¼r das Fortbestehen von Bedeutung im Prozess des Vergehens. So wird das Sichtbare zum Spiegel innerer und kollektiver Erfahrungen.
Meine Kunst lädt dazu ein, innezuhalten und den Blick zu verlangsamen. Sie stellt keine laute Anklage, sondern formuliert eine leise Beobachtung: Alles ist im Wandel, alles trägt Geschichte in sich. In der Akzeptanz des Unvollkommenen offenbart sich eine besondere Form von Schönheit – eine, die nicht festhält, sondern erinnert.